Leut aus dem Grossarltal - Willi

Menschen die das Großarltal prägen ....

Willi Gruber
- Senner der ältesten Alm im Tal -

Die Karseggalm ist mit über 400 Jahren die älteste Alm im Großarltal. Beim ersten Blick in die Hütte ist einen meist schwarz vor Augen, denn auf der Hütte gibt es keinen Strom. Nach kurzer Zeit entdeckt man die offene Feuerstelle, wo unter dem Kupferkessel das Feuer den ganzen Tag lodert und somit im selben Zug der einzigartige Knetkäse geräuchert wird. Der Knetkäse ist ein wahrer Geheimtipp und Spezialität, denn diesen Käse gibt’s nur auf der Karseggalm und wird auch als Alpenparmesan bezeichnet. Der Boden in der Hütte besteht noch aus Lehm und so manch einer ist da nicht nur vom Schnapserl wackelig auf den Beinen. 

In den beiden Stuben sind schon so einige lustige Stunden bei Kerzenschein verbracht worden. Denn man muss wissen, der Willi hat so gut wie immer einen flotten, humorvollen Spruch auf Lager.

Willi ist zwar ein echter Mountainman, doch wird er bei der Almwirtschaft und zu Hause am Bauernhof von seiner Frau Helga, den Söhnen Hannes, Christoph, Josef und den Töchtern Helena & Anna und Nichte Anna-Lena unterstützt. Die Eltern Anna & Sepp sind auch mit über 80 Jahren noch gern im Geschehen und lieben die Arbeit im Sommer auf der Hütte. Ein echter Familienbetrieb eben.

Was wir den Willi immer schon fragen wollten? 

Ganz ehrlich, jeder glaubt so ein Almsommer muss ziemlich romantisch sein? Wir sind neugierig, wie kitschig ist es wirklich?

Willi: Während des Tages ist es nicht gerade kitschig, der Tag startet früh und ist mit viel Arbeit verbunden. Romantisch wird's bei uns erst am Abend, wenn die Arbeit erledigt ist und wir mit der ganzen Familie das Abendessen bei Sonnenuntergang vor der Almhütte genießen.  

Willi bei euch auf der Alm gibt es zum Frühstück ja kein Butterbrot mit Marmelade, ihr habt euch die Tradition vom „Wehstatt-Muas“ noch immer erhalten. Aber was ist denn das überhaupt?

Willi: Das Muas war früher ein "Arme Leute" Essen - weil man nicht viele Zutaten benötigt und sehr sättigend ist. Die Wehstatt ist die offene Feuerstelle in der Almhütte, nach dem Melken und Käsn wird der Kessel weg geschwenkt und der Dreihax (Eisengestell mit drei Beinen) ins Feuer gestellt. Dort wird dann eine Eisenpfanne mit viel Almbutter erhitzt. Der Teig besteht aus gesalzenen Mehl mit heiß abgebrannter Milch. Im heißen Butterschmalz wird der Teig dann gebraten. Nach dem Frühstücks-Muas mach ich dann einen kleinen "Bauer-Nap" am Diwan (Couch). 

Die Gästeflüsterer haben sich sagen lassen, dass du eine richtige Frohnatur bist – was ist dein Geheimnis immer gut gelaunt zu sein?

Willi: Viel Arbeit, rauchige Hüttenluft, Schnaps & eine Stube voller Kinder mit einer liebevollen Frau. 

Was würdest du jausnen, wenn du zu Gast bei euch auf der Karseggalm bist?

Willi: Eindeutig eine Brettljause – mit all unseren Spezialitäten.  

So a Schnapserl in Ehren, mit wem würdest du das gern trinken?

Willi: James Blunt, Sebastian Kurz & Papst Franziskus

 

Spürbar ist auf der Karseggalm auf jeden Fall die Liebe zum Produkt und zur Natur, welche von Generation zu Generation weitergeben wird. Aus bester Milch werden vier verschiedenen Käsesorten, Topfenaufstriche und Butter hergestellt. Das Brot backt Helga am Bauernhof im Tal. Speck, Rindfleisch und Wurst werden bei der offenen Feuerstelle noch mit den unvergleichbaren Raucharoma veredelt. Aber überzeugt euch selbst und genießt nach der gemütlichen Wanderung die Echtheit der Produkte und haltet ein wenig inne, man fühlt sich auf jeden Fall etwas in die Vergangenheit und Einfachheit zurückversetzt.